Auf Reisen. Boehmen, Maehren und Schlesien (Liberec, 9-10 October 2015)

Regionalgalerie Liberec, Masarykova 723/14, 46001 Liberec, CZ,

Deadline: May 5, 2015

Auf Reisen / Na cestách
Internationale Kulturimpulse im Schaffen deutschsprachiger Künstler und Künstlerinnen aus Böhmen, Mähren und Schlesien

Německy hovořící výtvarní umělci a umělkyně z Čech, Moravy a Slezska v cizích krajích

Internationale kunsthistorische Fachtagung anlässlich der Ausstellung Na Sibiř!/ Nach Sibirien! in der Regionalgalerie Liberec, veranstaltet im Rahmen des Symposiums Lücken in der Geschichte als Teil des
Festivals Mitte Europa.

Partner der Konferenz:
Festival Mitte Europa, Technische Universität Liberec, Galerie der bildenden Kunst Eger, Kultusministerium

Zahl der Vorträge (geplant): 15–20
tschechisch-deutsche Simultanübersetzung

Abgabetermin für die Themen (Abstracts): 5. 5. 2015
Abgabetermin für die fertigen Beiträge: 30. 8. 2015
Die Beiträge werden honoriert und sollen veröffentlicht werden.
Kontakt: Anna Habánová, Ph.D., tel. 00420 724 834 554, anna.habanova@ogl.cz

Die Regionale Galerie Reichenberg (Oblastní galerie Liberec) bemüht sich langfristig darum, die künstlerische Tätigkeit der deutschsprachigen bildenden Künstler und Künstlerinnen aus Böhmen,
Mähren und Schlesien zu erforschen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist sie regelmäßig beteiligt an Ausstellungsprojekten der Galerie der bildenden Künste in Cheb und des Festivals Mitte Europa, die bedeutende Persönlichkeiten der deutschsprachigen Kunstszene präsentieren.

Die Regionale Galerie Reichenberg bemüht sich, deutschböhmischen Künstler- und Künstlerinnenkreise dauerhaft im allgemeinen Bewusstsein zu verankern. Freiwillige oder auch erzwungene Reisen unternahmen deutschsprachige Künstler und Künstlerinnen aus Böhmen, Mähren und Schlesien in großer Anzahl: Reisen zu Studienzwecken, aber auch als Suche nach den eigenen Wurzeln oder nach Quellen künstlerischer Inspiration. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich die nationale Identität der „Deutschböhmen“ schärfte, stößt man zum einen auf die typischen Studienreisen nach Italien, Frankreich und in die deutschsprachigen Länder, aber daneben auch zunehmend auf Reisen „zum Exotischen“, besonders in den Süden Europas, auf den Balkan und in die Länder eines imaginären Orients. Im bewegten 20. Jahrhundert finden sich neben diesen Erlebnisreisen außerdem jene unfreiwilligen Aufenthalte von Künstlern, die in kriegerischen Konflikten als Soldaten eingesetzt waren und eine besondere Wahrnehmung dieser Ereignisse und der Realität ihrer Umgebung lieferten.

Viele deutschsprachige Künstler erlebten die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs und kehrten nach dem Aufenthalt in Internierungslagern häufig erst auf einem weiten Umweg über den Fernen Osten in ihr Heimatland zurück. Die Kriegstraumata beeinflussten in den ersten Nachkriegsjahren die Form, in der die entfernten geographischen Orte reflektiert wurden. Erst nach dem Abklingen dieser Traumata stellte sich wieder die Sehnsucht nach dem Zauber entfernter Gegenden ein, verbunden mit dem Bestreben, dem vom Krieg dezimierten Mitteleuropa zu entfliehen und das Glück anderswo zu suchen. Die Schritte der deutschsprachigen Künstler und Künstlerinnen richteten sich damals zumeist nach Paris, Berlin, Venedig, New York, aber auch in andere deutlich entferntere Länder wie in den Pazifik, nach Südafrika oder Amerika.

Die internationale wissenschaftliche Konferenz hat sich zum Ziel gesetzt, neue Erkenntnisse nicht allein zum dokumentarischen, mit der Beschreibung geographischer Realien und historischer Ereignisse verbundenen Schaffen zu gewinnen. Gefragt wird, ob und wie die Auslandsaufenthalte den Stil der Künstler beeinflussten, inwieweit – bzw. ob überhaupt – diese Anstöße nach der Rückkehr die Gestalt der deutschböhmischen Kunstszene formten oder ob sich umgekehrt im Zusammenhang mit den Reisen der „Deutschböhmen“ auch Beispiele für den Export der hiesigen Kunsttraditionen in das kulturelle Milieu der fremden Zielorte finden lassen.

Es sollen Architekten, bildende Künstler und Vertreter des Kunstgewerbes von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1945 vorgestellt werden, welche außerordentliche Impulse in das Schaffen der Deutschböhmen brachten und den Horizont Böhmens, Mährens und Schlesiens weit überragen.

Interessierte Referenten bitten wir, bis zum 5. Mai 2015 das Thema ihres Vortrags per Mail an anna.habanova@ogl.cz zu senden. Der Vortrag sollte höchstens 20 Minuten dauern. Eine simultane Übersetzung wird gewährleistet.

 

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