Lecture series: Manifestationen! Architekturkonzepte zwischen Aura und Repräsentation nach 1945

Kunsthistorisches Institut Universität Zürich, Rämistrasse 73, 8006
Zürich, 23 September – 9 December 2015

Die Vortragsreihe “Manifestationen!” im Herbstsemester 2015 diskutiert künstlerische und ideologische Konzepte von Baukunst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In dieser von soziopolitischen Umbrüchen gekennzeichneten Zeit werden Architektur und Städtebau zum Schauplatz der Aushandlung unterschiedlicher Repräsentationsbedürfnisse und staatlicher Selbstpositionierungen.

Anhand von Beispielen aus dem europäischen, arabischen und afrikanischen Raum sollen die Funktionen von Architektur als Ideologieträger und Instrument der kollektiven Identitätsstiftung aufgezeigt werden. Hierbei erfahren die weit verbreiteten Forderungen nach Modernität, Fortschrittlichkeit und veränderten Geschichtsnarrativen in den spezifischen Kontexten von Wiederaufbau, Neugründung und Dekolonisierung vielfältige Übersetzungsmuster in die gebaute Umwelt.

Der Fokus der Architekturbetrachtungen liegt neben Entwurfspraxis, politischer Ikonografie und Erinnerungskulturen insbesondere auch auf der Untersuchung von Strategien zur ästhetischen und performativen Wirkungssteigerung exemplarischer Bauprojekte. Welche Formen der Erzeugung von Präsenz und Bedeutungssteigerung durch Auratisierung beziehungsweise Sakralisierung lassen sich in den verschiedenen Projekten nachweisen? Mit welchen architektonischen Mitteln und räumlichen Inszenierungen versuchen ArchitektInnen, StädteplanerInnen und PolitikerInnen, die Lesbarkeit und Wirkungsmacht von ideologisch kodierten Baukunst zu erzielen?

In der geografischen und bautypologischen Vielfalt der Vorträge wird deutlich, dass es sich bei der Konzeptionierung von Architektur und Städtebau als raumgestaltende, soziopolitische Manifestationen um ein international weit verbreitetes Phänomen handelt.

Vortragszyklus am Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich, Rämisstr. 73, Raum RAK E8
mittwochs, 18.15-20 Uhr

23.9.
Edward Demison (London)
Multiple Modernities and the Dilemma of Modernism Beyond the West. From China to Eritrea

7.10.
Murray Fraser (London)
Architecture and Globalisation in the Persian Gulf Region

14. 10.
Karsten Ruhl (Frankfurt)
Ruinen der Sichtbarkeit. Architektur zwischen Aura und Photographie

11.11.
Erik Wegerhoff (München)
Neue Sinnlichkeit. Post-aufklärerische Tendenzen in der zeitgenössischen Architektur

25.11.
Kerstin Wittmann-Englert (Berlin)
Angekommen? Architektur der 60er Jahre und Denkmalschutz

9.12.
Kerstin Renz (Stuttgart)
Gesundmacher und Aushängeschild. Von der Auratisierung der Schularchitektur im Nachkriegsdeutschland

Organisiert von: Prof. Dr. Anna Minta, SNF-Förderungsprofessur “Heilige Räume in der Moderne. Transformationen und architektonische Manifestationen” mit Laura Hindelang M.A., Louise Malcolm M.A. und lic. phil. Daniela Minneboo

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