Giuliano da Sangallo 1516-2016

Studientag 17.-18. November 2016 in Zusammenarbeit des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (Max-Planck-Institut) und der École Pratique des Hautes Études (Sorbonne) in Paris

Deadline: March 31, 2016

Der fünfhundertjährige Todestag von Giuliano da Sangallo lädt zu einer Bilanz ein. Diese betrifft zunächst die lückenhafte historiographische Überlieferung eines Künstlers, dem eine entscheidende und nicht leicht
zu definierende Rolle auf der Bühne der Architekturgeschichte der Italienischen Renaissance zukommt – auf der er dennoch bis heute eine Randfigur bleibt. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass er
zwischen zwei Epochen und Stilen schwankte, dem Florentiner Quattrocento und der römischen Hochrenaissance. Hinzu tritt, dass sein Werkkatalog noch zu ergänzen und zu vereinheitlichen bleibt. Erst jüngst wurde sein architektonisches Schaffen zum Gegenstand einer Monographie (Sabine Frommel 2014), die auffordert, sich in die weniger gut erforschten Aspekte seines Schaffens zu vertiefen. Seine Ausbildung als legnaiolo ist für die architektonische Kultur von Florenz kennzeichnend und ermöglicht ein vertieftes Verständnis der konzeptuellen Methoden, bei denen dem Modell eine wesentliche Rolle zukommt. Das Korpus seiner Architekturzeichnungen mit ihren technischen Eigenheiten bietet eine nicht umfassend erforschte Alternative zu den gängigen Vorstellungen von der Entwicklung der graphischen Darstellungsmethoden der Renaissance. Die Typologie, die Funktion und die Adressaten des Codex Barberinano (Biblioteca Vaticana) und des Taccuino Senese (Biblioteca Comunale di Siena) bedürfen näherer Klärung. Eine weitere Frage betrifft die Art, wie sich die Florentinische Kultur zur Zeit Lorenzo de’Medici und die seines Sohnes Giovanni, seit 1513 Papst Leo X., in Giuliano da Sangallos Werk durchdringen. Zu bestimmen bleibt die Beziehung mit architektonischen, technischen und archäologischen Studien in Zeichnungen anderer Meister seiner Zeit wie etwa Francesco di Giorgio und Leonardo. Parallelen und Divergenzen mit Künstlern wie Giuliano da Maiano, Baccio Pontelli, Cronaca, bis hin zu Bramante und dem jungen Michelangelo, müssen noch ausgelotet werden. Gleiches gilt für die Kontinuitäten innerhalb der bedeutenden Familie von Bildhauern und Architekten – angefangen bei seinem jüngeren Bruder Antonio dem Älteren und der folgenden Generation seines Sohnes Francesco und seines Neffen Antonio dem Jüngeren in Rom. Weitere Ergebnisse lassen sich im Rahmen des Festungsbaus der beiden ältesten Sangallo erwarten (Technik, Morphologie und Entwicklung), der, auf einem breitgefächerten, aber noch nicht erschöpfend studierten Katalog von Zuschreibungen beruhend, einen chronologischen Horizont von fast einem halben Jahrhundert umfasst. Schließlich bleiben die verschiedenartigen Facetten der Tätigkeiten in ihrer bottega und deren Verbindung mit figurativer Imagination und architektonischen Erfindungen durch eine einheitliche Methode zu klären, die Skulptur, Malerei und Holzschnitzarbeiten der monumentalen Architektur gegenüber zu stellen hat.

Die von Sabine Frommel, Dario Donetti und Alessandro Nova organisierte Veranstaltung wird am 17. und 18. November 2016 im Kunsthistorisches Institut in Florenz (Max-Planck-Institut) stattfinden. Sie ist auf die
toskanische und römische Architektur des Quattrocento und des Cinquecento fokussiert und sieht neue Beiträge zu den angesprochenen Problematiken vor. Vorschläge für Beiträge von 20 Minuten sind vor dem
31. März 2016 zu richten an :
sabine.frommel@ephe.sorbonne.fr ; dirnova@khi.fi.it ;
dario.donetti@khi.fi.it

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