Skizzieren, Zeichnen, Skripten, Modellieren
Artefakte des Entwerfens und ihre Wissenspraktiken
4. FORUM ARCHITEKTURWISSENSCHAFT

Tagung: 16. bis 18. November 2017, TU Berlin
Ausstellung: 16. November bis 21. Dezember 2017 im Architekturmuseum der
TU Berlin Hauptvortrag: Jane Rendell, Bartlett, UCL

Call for Papers and Artefacts; deadline: Mar 31, 2017

Das 4. Forum Architekturwissenschaft widmet sich Artefakten in Entwurfsprozessen der Architektur, des Designs und des Ingenieurwesens.
Im Zentrum stehen damit Skizzen, Zeichnungen, Blaupausen oder Collagen, Skripte, Renderings, Modelle und Simulationen. Gekoppelt an
unterschiedliche Medien, Techniken und Methoden sollen die Entwurfsartefakte sowohl als gegenwärtige Wissenspraktiken als auch in
ihrer historischen Entwicklung untersucht werden.

Das Format verbindet Tagung und Ausstellung, um theoretische Beiträge und Artefakte in einem Diskursraum zu präsentieren. Dies ermöglicht,
praktische Aspekte und Erfahrungen mit theoretischen und historischen Fragestellungen zu verknüpfen und wechselweise aufeinander zu beziehen.
Für das 4. Forum Architekturwissenschaft können sowohl Vorschläge für theoretische Beiträge als auch Artefakte eingesendet werden. Die
Artefakte werden auf der Tagung in Kurzvorträgen kontextualisiert und sind Teil der Ausstellung in den Tagungsräumen, die nach Abschluss der
Tagung im Architekturmuseum der TU Berlin gezeigt wird. Das Forum verfolgt das Thema anhand von drei Schwerpunkten:

Operativität
Artefakte des Entwerfens entfalten in ihrer Handhabung eine hohe epistemische Wirksamkeit. Sie stellen nicht nur dar, sondern eröffnen
Räume, um das Dargestellte zu explorieren und weiterzuentwickeln. Damit ergibt sich sowohl eine instrumentelle als auch eine generative
Operativität, die in einem Wechselverhältnis stehen. In ihrer instrumentellen Operativität erlauben sie, Information und Wissen zu
dokumentieren, zu vermitteln und Handlungen anzuleiten. Durch die generative Operativität werden Artefakte des Entwerfens bereits in
ihrer Entstehung zu Wissenswerkzeugen und Reflexionsinstrumenten. Doch welchen Einfluss haben die unterschiedlichen Entwurfstechniken auf die
jeweilige instrumentelle und generative Operativität? Wie gestaltet sich das Spannungsverhältnis zwischen der Fixierung von Wissen
einerseits und der Methode der Wissensgenerierung anderseits? Können dadurch Skizzieren, Zeichnen, Pausen, Tuschen, Scripten, Rendern,
Modellieren oder Simulieren zu Forschungstechniken werden? Inwiefern erlaubt die Operativität der Entwurfsartefakte die Balance zwischen
Regelhaftigkeit und Regelfolgen einerseits und intuitiven, emotionalen, spontanen, spielerischen und immer auch grenzüberschreitenden Arbeiten
anderseits?

Medialität
Die Art und Weise, wie und womit geplant wird, wird zum Bestandteil des späteren Bauwerks. Inwieweit bestimmt bereits die Wahl des Mediums und
des Materials den Entwurf? Welche Reflexions- und Darstellungsräume eröffnen und verschließen sie? Und welche je unterschiedlichen
Entwurfsergebnisse sind bereits durch die jeweils gewählte Darstellungsform bedingt? Zu bedenken ist auch der historische Aspekt.
Wenn sich Medien und Manifestationsformen im Entwurf historisch nicht einfach nur deshalb verändern, weil neue technische Werkzeuge zur
Verfügung stehen, dann erlaubt die Bevorzugung bestimmter Entwurfsweisen auch Rückschlüsse auf Ideologien und Selbstverständnisse
des Entwerfens. Wie entwickelten sich Praktiken des Entwerfens in geschichtlicher Perspektive? Was können Entwurfswerkzeuge,
Entwurfsmedien und Notationstechniken über die Architektur der Zeit aussagen?

Methodik
Entwerfen stellt die Forschung vor große methodische Herausforderungen. Wie lassen sich die ephemeren Prozesse der Herstellung beschreiben und
dokumentieren? Stellen Selbst- und Fremdbeobachtung angemessene Verfahren dar? Wie kann die Rolle der Entwurfsmedien untersucht werden,
wo doch alle Zwischenprodukte als Arbeitsmaterialien nach ihrer Nutzung meist umgehend in den Papierkorb wandern? Welche zusätzlichen
Schwierigkeiten bereiten digitale Verfahren, die in der überwiegenden Zeit ihres Gebrauchs auf keine manifesten Produkte zurückgreifen und
deren zugrundeliegenden Modelle im Entwurfsverlauf einem permanenten Wandel unterliegen? Was bereits bei der Erforschung aktueller
Entwurfsphänomene nach neuen Herangehensweisen verlangt, wirft insbesondere in der Rekonstruktion historischer Entwurfsprozesse
zusätzliche Probleme angesichts der Quellenlage auf. Da bei der Archivierung das Resultat im Vordergrund steht und nicht der Weg
dorthin, stellt sich die Frage, ob die wenigen überlieferten Manifestationen des Entwurfs eine ausreichende Basis für die
Entwurfsforschung bilden können. Welche anderen Quellen können und müssen hinzugezogen werden? Wie lassen sich zeitgenössische und
historische Entwurfsforschung sinnvoll ergänzen? Wir möchten Forschende aus Architektur, Kunst, Entwurfsforschung, Philosophie, Kultur- und
Medienwissenschaften sowie verwandter Bereiche zur Diskussion ihrer Forschungsprojekte einladen. Beiträge können hierfür in zwei Formaten
eingesendet werden: als Abstract für ‘klassische’ Vorträge (max. 20 Minuten) oder als Artefakt für die parallel stattfindende Ausstellung
mit Abstract für eine Kurzvorstellung im Tagungsprogramm (ca. 10 Minuten).

Call for Papers
Wir bitten um die Einsendung eines Abstracts (bis max. 500 Wörter) für den Vortrag sowie einen kurzen CV.

Call for Artefacts
Wir bitten um die Einsendung eines Abstracts (bis max. 500 Wörter) für den Kurzvortrag sowie einen kurzen CV. Darüber hinaus bitten um 3−8
Abbildungen (jpg-Format), Angaben zu den Dimensionen des Werks (HxLxB) sowie eine Schätzung seines Wertes in Euro. Die Artefakte werden
während der Ausstellung versichert sein, bezüglich Fracht werden individuelle Vereinbarungen getroffen.

Alle Einsendungen erbitten wir bis zum 31. März 2017 an:
<forum2017@architekturwissenschaft.net>.
Die Benachrichtigung über die Annahme der Beiträge erfolgt bis Mitte Mai 2017.
Eine Veröffentlichung der ausgearbeiteten Beiträge sowie eines Ausstellungskatalogs ist als Print- und Open-Access-Publikation in
Kooperation mit dem Architekturmuseum der TU Berlin in der Reihe Forum Architekturwissenschaft geplant, die im Universitätsverlag der TU
Berlin erscheint.
Das Forum Architekturwissenschaft ist eine Veranstaltung des Netzwerks Architekturwissenschaft e.V. (www.architekturwissenschaft.net). Als
Plattform des wissenschaftlichen Austauschs und der Vernetzung greift es im regelmäßigen Turnus relevante Themen der Architekturwissenschaft
auf. Dabei möchte es die Reflexion von Architektur über Disziplingrenzen hinweg anstoßen und unterschiedliche Forschungspraktiken und -methoden in einen Dialog bringen.

Veranstalter
Netzwerk Architekturwissenschaft e.V. (www.architekturwissenschaft.net)
in Kooperation mit dem Architekturmuseum der TU Berlin sowie der Hybrid Plattform der Universität der Künste Berlin und der TU Berlin

Konzept & Organisation
Sabine Ammon, Ekkehard Drach, Lidia Gasperoni, Doris Hallama, Anna Katrine
Hougaard, Florian Kossak, Ralf Liptau

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